Heilende Nadeln - Renzo Blumenthal
Bericht in der Coopzeitung Nr. 1724. April 2007 (von Franz Bamert)
An Renzo Blumenthals Zunge hat Marian Nielsen Joos gesehen, an welchen Körperpunkten sie die Nadeln setzen muss. Zusätzlich werden diese Punkte noch mit einer Kräuterrolle erwärmt.
Renzo Blumenthal hat einen sensiblen Magen und seine starken Schultern tun weh. Nun setzt er auf Akupunktur und ist begeistert.
Auf den ersten Blick sieht es nach einem währschaften Joint aus. Und es riecht auch ähnlich. Doch was Marian Nielsen Joos in ihrer Hand hält, ist eine glühende Kräuterrolle. Damit rückt sie Renzo Blumenthal, respektive seinen Beschwerden, mit Wärme zu Leibe. Der Bergbauer liegt auf dem Behandlungstisch von Nielsens Praxis für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) in Ilanz GR und geniesst. Doch Genuss ist nur ein Nebenaspekt der Behandlung. Der ehemalige Mister Schweiz ist wegen eines sensiblen Magens und stechender Schulterschmerzen zur Akupunkteurin gekommen. «Ich weiss gar nicht, wie lang ich die Schmerzen schon habe», sagt er, «ewig wahrscheinlich.» Irgendwann war der Schmerz so gross, dass er die Scheu vor den Akupunkturnadeln ablegte, zumal die Schulmedizin nicht wirklich half. Als dann Blumenthals Vater mit Abnützungserscheinungen in den Gelenken seine Schmerzen dank Marians Nadelkünsten losgeworden war, legte sich auch der Sohn unter die Nadeln.
«Bei meinem ersten Besuch hatte ich persönliche Fragen zu beantworten, Dinge, die ich sonst allenfalls bei meiner Freundin oder im Beichtstuhl loswerde», erzählt Renzo. Als Nächstes hiess es: Zunge raus. «Wie die Ohren und die Füsse widerspiegelt sie den Körper», erklärt die Akupunkteurin, die die TCM in China, Dänemark und der Schweiz studiert hat. Ihr Befund ist nicht überraschend: «Die Zahnabdrücke im Zungenrand zeigten, dass mit dem Energiefluss im Verdauungssystem etwas nicht stimmt.» TCM geht davon aus, dass die Gesundheit durch das Gleichgewicht zwischen den gegensätzlichen Kräften Yin und Yang, von kalt und warm, von passiv und aktiv entsteht. Das Zusammenwirken dieser Kräfte lässt die Lebensenergie pulsieren, die in 14 Leitbahnen, den Meridianen, durch den Körper strömt», erklärt Nielsen. «Meine Aufgabe ist es, Störungen dieses Energieflusses zu beheben.» Nach der Gesprächs- und der Zungendiagnose fühlte die Therapeutin ihrem Patienten den Puls. Dabei zählte sie nicht einfach die Schläge, sondern ertastete 28 verschiedene Pulsqualitäten, die auf die inneren Abläufe des Körpers schliessen lassen. Erst jetzt griff sie zu den Einwegnadeln aus Stahl. «Es gibt über 360 verschiedene Akupunkturpunkte», erzählt Marian Nielsen Joos. «Je nachdem, wo und wie tief ich die Nadeln einsteche, gleicht dies die Energieflüsse aus, regt bestimmte Organsysteme an oder dämpft sie.» Obwohl Blumenthal sich mit Magenproblemen herumschlägt, behandelt sie den Leber-Meri-dian: «Das ist nichts Aussergewöhnliches», sagt die Therapeutin: «Bei der Diagnose habe ich gesehen, dass die Leber überaktiv ist, und die Leberfunktion hängt eng mit dem Verdauungstrakt zusammen.» Und dann eben die Kräuterrolle, welche hauptsächlich aus Beifusskraut besteht. Ganz nahe wird die Glut an die Einstichstellen geführt: «Damit erwärme ich die Akupunkturpunkte; das verbessert den Energiefluss des Verdauungssytems.» Warm wird es auch beim Schröpfen und beim Schaben: «Die Schröpfgläser erzeugen ein Vakuum, und durch die Saugwirkung werden die Durchblutung und der Stoffwechsel gefördert.» Beim Schaben mit einer Art Löffel löst Marian blockierte Energie. Renzos Schulter sieht danach wie ein einziges Brandmal aus: «Das vergeht bis zum nächsten Foto-Shooting wieder», beruhigt die Therapeutin. Der Bergbauer hält auch still, als sie ihm ein paar kurze Nadeln in die Ohrmuschel setzt und diese mit einem Kleber fixiert. «Das Ohr ist ein Mikrouniversum des Körpers und eignet sich gut zur Behandlung der inneren Organe.» Die Behandlungen wirken. «Was genau hier passiert, habe ich zwar noch nicht ganz begriffen», erklärt er, «aber schon nach der ersten Behandlung hat sich mein Magen beruhigt und das Stechen in den Schultern hat nachgelassen.» Deshalb ist er guten Mutes: «Bis im Sommer der Heuet beginnt, bin ich garantiert schmerzfrei.»
An Renzo Blumenthals Zunge hat Marian Nielsen Joos gesehen, an welchen Körperpunkten sie die Nadeln setzen muss. Zusätzlich werden diese Punkte noch mit einer Kräuterrolle erwärmt.
Renzo Blumenthal hat einen sensiblen Magen und seine starken Schultern tun weh. Nun setzt er auf Akupunktur und ist begeistert.
Auf den ersten Blick sieht es nach einem währschaften Joint aus. Und es riecht auch ähnlich. Doch was Marian Nielsen Joos in ihrer Hand hält, ist eine glühende Kräuterrolle. Damit rückt sie Renzo Blumenthal, respektive seinen Beschwerden, mit Wärme zu Leibe. Der Bergbauer liegt auf dem Behandlungstisch von Nielsens Praxis für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) in Ilanz GR und geniesst. Doch Genuss ist nur ein Nebenaspekt der Behandlung. Der ehemalige Mister Schweiz ist wegen eines sensiblen Magens und stechender Schulterschmerzen zur Akupunkteurin gekommen. «Ich weiss gar nicht, wie lang ich die Schmerzen schon habe», sagt er, «ewig wahrscheinlich.» Irgendwann war der Schmerz so gross, dass er die Scheu vor den Akupunkturnadeln ablegte, zumal die Schulmedizin nicht wirklich half. Als dann Blumenthals Vater mit Abnützungserscheinungen in den Gelenken seine Schmerzen dank Marians Nadelkünsten losgeworden war, legte sich auch der Sohn unter die Nadeln.
«Bei meinem ersten Besuch hatte ich persönliche Fragen zu beantworten, Dinge, die ich sonst allenfalls bei meiner Freundin oder im Beichtstuhl loswerde», erzählt Renzo. Als Nächstes hiess es: Zunge raus. «Wie die Ohren und die Füsse widerspiegelt sie den Körper», erklärt die Akupunkteurin, die die TCM in China, Dänemark und der Schweiz studiert hat. Ihr Befund ist nicht überraschend: «Die Zahnabdrücke im Zungenrand zeigten, dass mit dem Energiefluss im Verdauungssystem etwas nicht stimmt.» TCM geht davon aus, dass die Gesundheit durch das Gleichgewicht zwischen den gegensätzlichen Kräften Yin und Yang, von kalt und warm, von passiv und aktiv entsteht. Das Zusammenwirken dieser Kräfte lässt die Lebensenergie pulsieren, die in 14 Leitbahnen, den Meridianen, durch den Körper strömt», erklärt Nielsen. «Meine Aufgabe ist es, Störungen dieses Energieflusses zu beheben.» Nach der Gesprächs- und der Zungendiagnose fühlte die Therapeutin ihrem Patienten den Puls. Dabei zählte sie nicht einfach die Schläge, sondern ertastete 28 verschiedene Pulsqualitäten, die auf die inneren Abläufe des Körpers schliessen lassen. Erst jetzt griff sie zu den Einwegnadeln aus Stahl. «Es gibt über 360 verschiedene Akupunkturpunkte», erzählt Marian Nielsen Joos. «Je nachdem, wo und wie tief ich die Nadeln einsteche, gleicht dies die Energieflüsse aus, regt bestimmte Organsysteme an oder dämpft sie.» Obwohl Blumenthal sich mit Magenproblemen herumschlägt, behandelt sie den Leber-Meri-dian: «Das ist nichts Aussergewöhnliches», sagt die Therapeutin: «Bei der Diagnose habe ich gesehen, dass die Leber überaktiv ist, und die Leberfunktion hängt eng mit dem Verdauungstrakt zusammen.» Und dann eben die Kräuterrolle, welche hauptsächlich aus Beifusskraut besteht. Ganz nahe wird die Glut an die Einstichstellen geführt: «Damit erwärme ich die Akupunkturpunkte; das verbessert den Energiefluss des Verdauungssytems.» Warm wird es auch beim Schröpfen und beim Schaben: «Die Schröpfgläser erzeugen ein Vakuum, und durch die Saugwirkung werden die Durchblutung und der Stoffwechsel gefördert.» Beim Schaben mit einer Art Löffel löst Marian blockierte Energie. Renzos Schulter sieht danach wie ein einziges Brandmal aus: «Das vergeht bis zum nächsten Foto-Shooting wieder», beruhigt die Therapeutin. Der Bergbauer hält auch still, als sie ihm ein paar kurze Nadeln in die Ohrmuschel setzt und diese mit einem Kleber fixiert. «Das Ohr ist ein Mikrouniversum des Körpers und eignet sich gut zur Behandlung der inneren Organe.» Die Behandlungen wirken. «Was genau hier passiert, habe ich zwar noch nicht ganz begriffen», erklärt er, «aber schon nach der ersten Behandlung hat sich mein Magen beruhigt und das Stechen in den Schultern hat nachgelassen.» Deshalb ist er guten Mutes: «Bis im Sommer der Heuet beginnt, bin ich garantiert schmerzfrei.»